Lohne im Herzogtum Oldenburg
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Durch den Reichsdeputationshauptschluß von 1803 wurden die deutschen Territorialstaaten, die durch den Lunéviller Frieden von 1801 Landverluste erlitten hatten, durch die Säkularisierung geistlicher Fürstentümer entschädigt. Oldenburg hatte zwar keine Landverluste erlitten, dem Staatshaushalt aber brachte der Wegfall des bedeutsamen Elsflether Weserzolls erhebliche Einbußen. Als Entschädigung erhielt der Herzog neben anderen Gebieten die Ämter Vechta und Cloppenburg des Niederstifts Münster, von nun an das Oldenburger Münsterland.

Das folgende Jahrzehnt war für das Herzogtum Oldenburg überschattet von ständigen Eingriffen in die Regierung durch Napoleon und Übergriffen des französischen Militärs. Das mußte auch der Lohner Vogt Nieberding erfahren, als er dem französischen Marschall Bernadotte zu widersprechen wagte.

Im Oktober 1804 hatte Vogt Nieberding einen Zusammenstoß mit dem französischen Marschall Bernadotte, damals kommandierender General in Hannover, das 1803 von den Franzosen besetzt worden war. Der Marschall verlangte spätabends eine berittene Ordonnanz als Wegführer durch das Diepholzer Moor. Nieberding wollte Mann und Pferd unter Hinweis auf die Neutralität des Landes Oldenburg nur gegen Bezahlung stellen. Dies lehnte der Marschall ab und erzwang unter massiven Drohungen diesen Dienst. Eine Beschwerde Bernadottes beim Herzog von Oldenburg führte dazu, daß die Regierung, um mögliche Repressalien zu vermeiden, Nieberding mit einem leichten Arrest von zwei Wochen in Oldenburg bestrafte.

Der Herzog erkannte, daß er sein Land nur retten konnte, wenn er sich dem von Frankreich abhängigen Rheinbund anschloß. Doch das bewahrte Oldenburg nicht davor, von 1810 bis 1813 in das französische Kaiserreich einverleibt zu werden. So konnten erst ab 1813 endgültig die neuen Ämter in das Herzogtum eingegliedert werden. Der Bischof von Münster blieb weiter geistlicher Oberhirte in den nun oldenburgischen Teilen seiner Diözese. Die besonnene Art und die Toleranz des Herzogs in Glaubensangelegenheiten erleichterte den katholischen Neubürgern die Gewöhnung an den neuen Landesherrn. So bildete sich schon bald ein Vertrauensverhältnis zwischen den Oldenburger Münsterländern und ihrem Fürstenhaus, und mit Jubel wurde 1851 sein Nachfolger bei einem Besuch in der Kreymborgschen Federfabrik in Lohne begrüßt.

Die Wirtschaft war auch im 19 Jh. noch von der Landwirtschaft geprägt. Nach der Hochkonjunktur für Agrarprodukte während der Napoleonischen Kriege brach ab etwa 1820 eine wirtschaftliche Krise für die Landwirtschaft herein mit katastrophalen Folgen für die bäuerliche Bevölkerung. In der Folgezeit fielen die Preise für Getreide und Vieh, auch die in Heimarbeit hergestellten Produkte wie Strickwaren, Garn und Leinen waren nicht mehr konkurrenzfähig mit der industriell hergestellten Massenware. Besonders hart betroffen waren die Heuerleute.

Jedoch nahm Lohne eine Sonderstellung ein, denn es entwickelte sich zum bedeutendsten Industriestandort der Region. Immer mehr Menschen fanden in den Fabriken Arbeit und Brot.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts besserte sich auch durch den Einsatz landwirtschaftlicher Maschinen die Lage der Landwirtschaft im Oldenburger Münsterland. Ertragssteigerung durch den Fruchtwechsel und den Einsatz von Kunstdünger sowie die Anbindung der Region an das Eisenbahnnetz unterstützten diese Aufwärtsentwicklung.

Einen Meilenstein in der Entwicklung Lohnes bedeutete das Jahr 1907. Der Oldenburgische Landtag beschloß auf Antrag des Lohner Gemeinderates, den Flecken Lohne von der Landgemeinde Lohne zu lösen und zu einer Stadt zweiter Klasse zu erheben.

Auszug aus dem ”Stadtführer Lohne”
Hrsg. vom Heimatverein Lohne e.V.
und vom Industriemuseum Lohne e.V.
Plaggenborg Verlag
ISBN 3-929358-06-9

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